Gönnhardt: Kapitel 31

Oder sonst.

Die Füchse versammelten sich nach der Verabschiedung von Anne und Tim vor dem Fernseher. Nicht mal dessen volle Lautstärke schaffte es, das Gewitter zu übertönen. Aufgrund der hohen Decken polterte das Himmelsgrummeln quasi ununterbrochen durchs Zimmer. Die Blitze nagten zusätzlich an den Nerven. Die leuchtenden Stromfäden schüchterten die Füchse ein. Trotz ungeputzter Fenster, erhellten sie den Raum mit einem unheimlichen Licht.

Draußen war es ungemütlich, drinnen war die Stimmung aufgeheizt. Die Füchse stritten mal wieder über das richtige Fernsehprogramm. Bertram zappte durch die Liste. Nein. So ein Schrott. Nö. Weg damit. Umschalten. Es schien unmöglich, einen Sender zu finden, mit dem sich alle Füchse anfreunden konnten. Oder vielleicht doch?

Florentine: Zurück! Warte doch mal!

Florentine wollte diesen Werbeblock abwarten. Weibliche Intuition! Sie war sich sicher, dass auf Kanal 27 eine gute Sendung kam. Reinholdt war sich sicher, dass sie recht hatte.

Es lief gerade ein Spot einer Bank, die laut eigener Aussage viel besser als die Konkurrenz wusste, wie man Geld spart. Claudette sprang auf, stellte sich vor den Bildschirm. Geistesblitz! Ihr war eingefallen, dass sie den anderen noch etwas erzählen wollte.

Reinholdt: Claudette, geh weg, hier kommt gleich eine gute Sendung.

Das dürfte ein Debüt gewesen sein. Claudette ging nicht auf die Stichelei ihres Bruders ein. Sie musste etwas Wichtiges berichten. Noch wichtiger, als dem dummen Reinholdt zu zeigen, wer der Chef war. Unbeirrt fing Claudette an zu reden. Sie erzählte von ihrem Vormittag mit Guido. Natürlich wurde sie dabei mehrmals unterbrochen, aber sie ließ sich nicht abbringen. Nach einer längeren Einleitung kam sie schließlich auf den Sinn der Sache, auf den Grund des Anlasses, auf den Artikel zu sprechen: In der Zeitung steht, dass wir jetzt den Menschen das Geld kosten. Und dass die rechnen müssen.

Ähm. Da es schwer war, Claudettes Ausführungen zu folgen, versuchen wir mal halbwegs verständlich zusammenzufassen: Der Artikel im Karlsruher Morgen handelte vom Schlossherren und ehemals-angehenden Politiker Schminkfit. Er war mittlerweile nur noch Schlossherr. Da er seine Vorwahl krachend verloren hatte, begrub er seine Politikpläne. Nun erwähnte der Artikel auch, dass die Versorgung der Füchse, die Instandhaltung des Schlosses und alles Drumherum aus dem Wahlkampfbudget von Schminkfit stammte. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung wollte der Mann nun nicht aus der eigenen Schatulle zahlen. Nachvollziehbar oder? Daher musste die Stadt einspringen und die Kosten übernehmen. Die Stadt war der Bürger. Und der Bürger war bekanntlich in seiner Nebenbeschäftigung Mensch.

Claudette: Der Guido meint, dass er und alle anderen Menschen für uns zahlen tun. Aber der Guido meint, dass er das gerne macht. Ich habe gesagt, du Guido, du bist nett. Und der Guido hat gesagt, aber nicht jeder ist nett.

Nachdem sie fertig mit ihrem Vortrag war, setzte sich Claudette wieder auf ihren Platz. Sie war stolz. Wie auf Knopfdruck war die Reklame vorbei, es fing eine neue Sendung an. Dann ging die Diskussion auch schon wieder um das Fernsehprogramm. Der Artikel war wohl doch nicht so wichtig, wie Claudette vermutete. Egal, sie war zufrieden mit ihrer Rede.

Der Heimatfilm bekam übrigens vier Jastimmen, eine Gegenstimmen und eine Enthaltung. Bertram schüttelte nur den Kopf. Er hoffte, dass dieser Streifen nichts Wissenswertes in seinem Gehirn überschreiben würde. Gönnhardt hätte vielleicht auch gegen die Almschnulze votiert, aber er war in Gedanken versunken.

Da alle zu müde zum Streiten waren, rauften sich die Füchse bei der ersten Gesangseinlage mit Jodler wieder zusammen. Sie kuschelten und schmusten beim ersten Filmkuss. Während der Hochzeit waren sie bereits zu einem einzigen Bündel aus flauschigem Fell verschmolzen. So wie früher im Fuchsbau, wenn es draußen gewitterte.

***

Dieses Kapitel ist ein Teil des Buches Gönnhardt: Füchse, Kriege, Flüchtlingskrise. Ich hoffe, dass dir die Kostprobe gefallen hat. Ich denke allerdings, dass es mehr Spaß macht, wenn man das Buch als Komplettpaket liest. Was dich trennt? Die Bestellung. Keine Sorge: Falls du das Buch kaufen möchtest, musst du nicht viel Geld ausgeben.

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