Druck: Teil 8

Nicht alles ist superduperwichtig! Du musst nicht alles stehen und liegen lassen, wenn eine externe Aufgabe kommt. Bei Forderungen vom Amt, muss man nicht zu den Ordnern sprinten. Die können auch nochmal nachfragen. Es ist kein Notfall, wenn bei deiner Schwiegermutter der Fernseher einen Wackelkontakt hat. Du kannst sie auch per Telefon wie eine Marionette an den Kabeln ziehen lassen. Dein Chef ist nicht dein Besitzer, schreien tut man heutzutage nur noch auf Black Metal Konzerten. Du bist nicht an deinen Partner gekettet. Wenn ihr mal was getrennt macht, gibt es beim Abendbrot wenigstens mal wieder Gesprächsstoff. Du musst nicht mehr zwischen deinen Freunden hin und her springen wie der Depp in der Mitte. Und du brauchst dich nicht als Spielball für Interessen Fremder benutzen lassen.

Das Bild vom Löwenzahn, der sich durch den Asphalt drückt, soll ja ganz inspirierend sein. Wenn wir aber über die ganzen Pflänzchen denken, die unter der Betonlast verkümmerten, nicht man zu Grunde gingen, sondern einfach dort blieben, sieht die Sache aber anders aus. Bei zu viel Druck kann man sich nicht entfalten. Er engt nicht nur ein, er kann sogar lähmen.

Da will man Sachen nicht nur erledigen, sondern so erledigen, dass es richtig gut ist. Dass es nicht gut ist, sondern dass man zufrieden ist. Es soll nicht nur so gut sein, dass die anderen nicht meckern. Sondern so gut, dass man sich vielleicht noch ein Kompliment abholen kann. Das Ende ist immer gleich: Pusteblume.

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